D wie Diamant ‒ Diamanten und ihre Mythen

D wie Diamant ‒ Diamanten und ihre Mythen

Klar wussten wir, dass Diamanten nicht einfach so auf Bäumen wachsen, sie entstehen in einem Prozess, der hunderte von Jahren dauert. Irgendwie selbstverständlich, dass es dazu auch ein paar Mythen geben muss. Zum Glück können wir uns die größten Diamanten der Welt sowieso nicht leisten, denn der Besitz eines solchen kann tatsächlich lebensgefährlich sein! Drei sagenhafte Gerüchte um drei der bekanntesten Steine der Welt.

Nur für Frauen geeignet: Koh-i-Nor

Der farblose, knapp 110 karätige und aus Indien stammende Diamant, hat die älteste und legendenreichste Geschichte unter den Diamanten. Nachdem Delhi 1739 von den Persern erobert wurde, versteckte der ehemalige Machthaber einer Legende nach den Diamanten in seinem überdimensionalen Turban. Doch eine seiner Haremsdamen verriet dem persischen Shah das wertvolle Geheimnis und dieser schlug dem Mogul einen Turbantausch vor. Im alten Indien verstand man dies als eine Geste, welche Freundschaft und Brüderlichkeit demonstrierte ‒ sie konnte unmöglich abgelehnt werden. Und so wechselte er erstmals den Besitzer. Doch der Shah hatte sich über seinen wertvollen Besitz zu früh gefreut: Kurz danach wurde er ermordet und sein Sohn starb, als er den Diamanten beschützen wollte. Auch die nachfolgenden männlichen Besitzer wurden von einem ähnlichen Schicksal heimgesucht. Nur gut, dass Frauen nicht von dem Fluch betroffen sind. Heute ist er Teil der Krone der Königsmutter ‒ und damit sicher im Besitz des schönen Geschlechts.

Saphirring_c.Keine Hoffnung für den Hope-Diamant

Zwar trägt der 45 Karat schwere und blau schimmernde Diamant den vielversprechenden Namen Hope, doch scheint auch hier sein Besitz nichts Gutes zu bringen. Einer Legende nach gehörte er ursprünglich zu einer Statue der indischen Göttin Visnu. Doch wurde er verkauft und alsbald der Diamant Indien verließ, wurde sein ehemaliger Verkäufer wie auch sein derzeitiger Besitzer vom Unglück heimgesucht. Der französische König Ludwig XV starb an Pocken, die Regentschaft von Ludwig XVI und seiner Frau Marie Antoinette endete jäh mit der französischen Revolution und einer seiner späteren Besitzer kaufte sich neben dem blauen Stein auch ein Ticket für die Titanic. Nichts als Pech also ‒ und damit kein Diamant, den man unbedingt haben sollte.

Schuld an zahlreichen Mordanschlägen: Der Orlow-Diamant

Nicht besser erging es jenen mit dem 189,62-karätigen grünlich-grauen Orlow-Diamanten. Gestohlen von einer Statue der indischen Gottheit Brahma gelangte er über Umwege zu dem Fürsten Grigorio Grigorjewitsch Orlow, dem Namensgeber des wertvollen Steins. Dieser versuchte damit die Zarin Katharina die Große zu beeindrucken, was ihm aber nicht gelang. Stattdessen nahm sie den Stein und machte ihn zum Teil des russischen goldenen Zepters. Keine gute Idee, denn einer Legende nach wurde auch dieser Stein verflucht und, so die Meinung vieler, war dieser Fluch schuld an vielen Mordanschlägen auf das russische Zarenhaus. Trotzdem blieb er in russischem Besitz. Ob das nun ein schlechtes Omen ist oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Doch bin ich für einmal froh, nicht reich zu sein. So kann ich mich ohne schlechtes Gewissen mein (langes und gesundes) Leben lang „nur“ mit brillanten Klein-Exemplaren zu begnügen. Und sind wir ehrlich: Schön funkeln tun die Kleinen doch genauso schön.

 

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