Happy Birthday Quarzarmbanduhr

Happy Birthday Quarzarmbanduhr

Die Quarzuhr fürs Handgelenk feiert Geburtstag ─ 50 Jahre wird sie alt. Angesichts einer jahrhundertelangen Tradition der Zeitmessung ist dies nicht sehr viel.

Das mag vor allem daran liegen, dass die Geschichte der elektrischen Zeitmesser und damit der Quarzuhr eng mit der Geschichte der Elektrizität verwoben ist. Zwar waren elektrischen Naturphänomene (Blitze etc.) schon früh bekannt, die gezielte und praktische Anwendung der Elektrizität erfolgte allerdings erst zu Beginn der Neuzeit, wurde im 18. Jahrhundert vorangetrieben, um dann erstmals 1830 in der Uhrmacherei zum Einsatz zu kommen. Bis die ersten Uhren mit Kristallquarz entstanden, verging wiederum ein Jahrhundert.

1927 gilt als das Geburtsjahr der ersten Quarzuhr. In diesem Jahr stellte der Elektroingenieur Warren A. Marrison, der an dem New Yorker Forschungszentrum Bell Laboratories arbeitete, auf der Konferenz der International Union of Scientific Radio Telegraphy die erste Quarzuhr vor. Ein Schwingquarz mit einer Resonanzfrequenz von 50 kHz trieb einen kleinen Synchronmotor mit Zeigerwerk an und erzielte eine bis dahin nicht erreichte Präzision. Allerdings waren diese ersten Quarzuhren noch von außerordentlicher Größe und weit davon entfernt, tragbar zu sein oder gar ans Handgelenk zu passen.

Es vergingen einige Jahre der Entwicklung, bis 1938 die erste käufliche Quarzuhr für Wissenschaft und Industrie auf den Markt kam. Sie wurde vom Physikalisch-Technischen Entwicklungslabor Dr. Rohde und Dr. Schwarz in München hergestellt, wog 36 kg und überzeugte in puncto Präzision und Zuverlässigkeit derart, dass ab Oktober 1939 zwei Uhren dieser Bauart im deutschen Zeitdienst zur Berechnung der Normalzeit und als Steuergerät für das Zeitzeichen zum Einsatz kamen.

In den folgenden Jahren standen Bemühungen um die Verkleinerung der Quarzuhren im Fokus der Forschung. 1967 war es dann so weit. Auf dem Chronometer-Wettbewerb des Observatoriums in Neuchâtel in der Schweiz reichten sowohl das Schweizer Forschungszentrum für elektronische Uhren (Centre Électronique Horloger (CEH)) als auch die japanische Firma Seiko Prototypen von Quarzarmbanduhren ein. Obwohl die von den Schweizern eingereichten Modelle technisch ausgefeilter waren als die Modelle des japanischen Konkurrenten, machte Seiko das Rennen. Anders als die Schweizer hatte man bei der Entwicklung auf die Möglichkeit eines einfachen Produktionsprozesses geachtet und konnte so bereits zwei Jahre später, 1969 nämlich, die ersten Quarzarmbanduhren verkaufen ─ damals noch zum Preis eines Kleinwagens.

Geburtsstunde der Quarzuhr fürs Handgelenk ist also 1967. Einen Namen bzw. eine Person, die für diese Erfindung steht, gibt es allerdings nicht. Dafür war die Produktentwicklung zu komplex, die an den Forschungseinrichtungen arbeitenden Personen zu viele. Die Quarzuhr für das Handgelenk wurde in der Schweiz, in Japan und in den USA „mindestens achtmal erfunden“, heißt es dementsprechend auch in dem Buch „Die Elektrifizierung der Armbanduhr“ vom Autorenteam Lucien F. Trueb, Günther Ramm, Peter Wenzig (München 2011).

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